Fachtag Religion

Vom Guten und Bösen, von Tugenden und Sünden

Am 15. Dezember 2017 hat sich von 9 bis 16 Uhr der Religionskurs des 1. Semesters zu einem Fachtag mit dem Thema „Vom Guten und Bösen, von Tugenden und Sünden" getroffen. Dieser Fachtag war jedoch nicht nur lehrreich, sondern zugleich auch ein Wiedersehen mit den ehemaligen Mitschülern aus der 10. Klassenstufe und ein Abschied von unserer Religionslehrerin Frau Lerchner.

Begonnen mit der Geschenkübergabe zum Abschied entwickelte sich dann ein spannender Fachtag, an dem wir in unserem zur Tradition gewordenen Stuhlkreis Tugenden und Sünden kennenlernten und mit unseren anfänglichen Vorstellungen vom Guten und Bösen verglichen. Diese sammelten wir zu Beginn des Tages an zwei Tafeln, die schließlich beide voller Ideen waren. Interessant war vor allem, dass einige Begriffe (z.B. Liebe) sowohl dem Guten als auch dem Bösen zugeordnet wurden.

Ein ebenso differenziertes Bild spiegelte sich im weiteren Unterrichtsverlauf auch bei der Frage wider, ob der Mensch an sich gut oder böse sei. Dazu lasen wir einen Artikel, der uns verschiedene Positionen zu dieser Frage näherbrachte. Anschließend entwickelte sich auf dieser Grundlage eine ausführliche Diskussion, in der wir aber feststellten, dass sich keine allgemeingültigen Aussagen über das Gute und Böse im einzelnen Menschen treffen lassen.

Danach haben wir uns mit dem Guten beschäftigt, wobei besprochen wurde, welche Tugenden das Gute ausmachen. Auch zu diesem Thema wurde wieder eine lebhafte Diskussion geführt, in der wir gelernt haben, was Tugend ist und was genau die einzelnen Tugenden bedeuten und überhaupt zu einer guten Charaktereigenschaft machen. Die meisten Schüler setzten dabei unterschiedliche Prioritäten bezüglich der Wichtigkeit einzelner Tugenden, wodurch sich bei allen ein Bewusstsein für das Gute in jeder Tugend entwickeln konnte. Bei der Diskussion wurden immer wieder auch Gleichnisse aus der Bibel (z.B. das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg zur Tugend der Gerechtigkeit) zu Grunde gelegt und Zitate aus anderen Religionen in die Überlegungen einbezogen.

Nach der Mittagspause, in der einige Leckereien vom Kiosk eintrafen, ging es dann wieder gestärkt und ausgeruht weiter. Nun standen das Böse und die Sünden auf dem Programm. Auch hierzu erarbeiteten wir uns zunächst eine Definition des Begriffes Sünde und sammelten Beispiele für Sündenfälle aus der Bibel. Anschließend betrachteten wir die sieben Todsünden näher, wobei wir uns durch zwei Filme vor allem mit der Habgier und der Trägheit – insbesondere die Trägheit des Herzens stand dabei im Mittelpunkt – beschäftigten. Dabei wurden auch persönliche Erfahrungen ausgetauscht und Bezüge zu anderen Themen (z.B. Burnout) hergestellt. Außerdem gingen wir auf die Haltung Martin Luthers ein, dass Tugend auch in Selbstgerechtigkeit und somit zur Sünde umschlagen könne, und thematisierten daran die Bindung zwischen den Menschen und ihrem Glauben an Gott in Bezug auf gute und böse Handlungen. 2

Schließlich erfolgte am Ende dieses Fachtages noch eine Reflexion unserer anfänglichen Vorstellungen und unserer neuen Erkenntnisse, die zum Nachdenken angeregt und unser Wissen „vom Guten und Bösen, von Tugenden und Sünden" erweitert haben.

So behalten wir unsere letzten Stunden evangelischen Religionsunterrichtes in guter Erinnerung und haben glücklicherweise auch einige Fotos, die die Erinnerung an diesen Fachtag lebendig halten.

(Marc Korrmann, 06.01.2018)

Religion_2.JPG

Religion_1.JPG