Sozialprojekt der 7/2

Tag und Nacht auf der Straße …

KÄLTE, das ist wohl eines der größten Probleme für Obdachlose im Winter. Wir warteten gerade einmal zwanzig Minuten in der Kälte und froren dabei sehr. Andere müssen diese Kälte 24 Stunden am Tag aushalten, wie z.B. die vielen Obdachlosen in Berlin. Dies verdeutlichte uns Herr Nadolny (stellvertretender Leiter der Bahnhofsmission Zoo), als wir uns mit ihm dort im Rahmen unserer Exkursion trafen.

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Wir hatten uns schon vorher im Ethikunterricht mit dem Thema Obdachlosigkeit befasst und führten deshalb diese abschließende Exkursion am Freitag, dem 16.02.2018, durch.

Nach ein paar einleitenden Worten von Herrn Nadolny begann er mit der Führung, indem er uns als Erstes einen Gedenkbaum zeigte. Dieser wurde 2011 gepflanzt und soll an die auf der Straße verstorbenen Obdachlosen erinnern. „Außerdem wird er von den Gästen selber mit Bändern, Blumen und kleinen Habseligkeiten dekoriert“, erzählte uns Herr Nadolny.

Als nächstes besuchten wir das Hygienecenter, welches 8 Stunden am Tag geöffnet ist, und wo sich die Gäste waschen, duschen, säubern und auch Hygieneartikel erwerben können. Auch Friseure und Fußpfleger kommen regelmäßig einmal im Monat und kümmern sich um die Gäste. Nachdem wir uns dort umgesehen hatten, gingen wir weiter in das eigentliche Hauptgebäude. Dort versammelten wir uns und beschäftigten uns mit weiteren Fragen zum Thema „Obdachlosigkeit“, die wir uns vorher im Unterricht überlegt hatten. So fanden wir u.a. heraus, dass die Berliner Bahnhofsmission, die 1884 gegründet wurde, ursprünglich dazu diente, Reisenden Unterschlupf zu bieten. Über Jahrzehnte hinweg taten sich plötzlich andere Probleme auf, und die Mission wurde zu einer Anlaufstelle für Obdachlose und Bedürftige. Die Mission wird überwiegend nur durch Spenden finanziert und ist darauf auch angewiesen, da die Zahl der Obdachlosen ständig wächst. Um mehr über die derzeitige Situation vor Ort zu erfahren, können Sie am Tag der Offenen Tür, dem 21.04.2018 dort vorbeikommen. Außer dem Tag der Offenen Tür gibt es auch für die Obdachlosen gelegentliche Veranstaltungen, wie z.B. die Weihnachtsfeier am Heiligen Abend. „Es braucht schon einige Überwindung, Heiligabend nicht mit der Familie zu verbringen, sondern in der Bahnhofsmission“, so Herr Nadolny, „aber wenn man die glücklichen Gesichter unserer Gäste sieht, ist es uns das wert!“ Deshalb kommen auch viele der 180 Ehrenamtlichen und 20 Angestellten am Heiligabend kurz vorbei…

An anderen Tagen sind auch Schülerpraktikanten vor Ort, die an der Essensausgabe stehen oder Sachspenden an Obdachlose verteilen. Neue Schülerpraktikanten oder ehrenamtliche Helfer sind gerne gesehen und werden herzlich empfangen, da es nie genug „Helferlein“ gibt. „Besonders am Ende des Monats ist Not am Mann, denn dann kommen auch viele Bedürftige, bei denen das Geld knapp wird“, berichtetet Herr Nadolny. Gerade in dieser Zeit sind auch Spenden sehr wichtig, da das Geld von Senat und Deutscher Bahn lange nicht

reicht, um die Mission aufrechtzuerhalten. Deshalb unsere Bitte: Selbst wenn Sie nicht viel zum Spenden zu Hause haben, können Sie dieses trotzdem gerne der Bahnhofsmission übergeben, da Sachspenden, genau wie kleinere Geldbeträge, eine große Wirkung haben.

 

Valeska Stiege, Jennifer Bassin (7/2 im Rahmen des Ethikunterrichts)