UvH redet mit! ... Dilek Kolat

Nur wenige Themen polarisieren derzeit in der Bundesrepublik so sehr wie das Thema "Flüchtlings- und Integrationspolitik". Aus diesem Grund haben wir am 25.02.2015 Dilek Kolat - Berliner Senatorin für Arbeit, Frauen und Integration - eingeladen.

Integrationssenatorin zu Gast an der UvH

Die Diskussionsrunde, die unter der Überschrift "Tausend Fragen - keine Antworten?" stand, erfüllte viele Erwartungen. Die Moderatorin Celina Sekulovic (Georg-Büchner-Gymnasium) und der Moderator Ricardo Jenichen aus dem Leistungskurs Politikwissenschaft führten sicher durch die Diskussion und konnten sich auf die Unterstützung des Publikums verlassen. Schülerinnen und Schüler von der achten und zwölften Klasse nutzten die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen und Diskussionsbeiträge zu formulieren.

Die Senatorin Dilek Kolat beschrieb zunächst die aktuelle Lage von flüchtenden Menschen, die in den vergangenen Monaten nach Berlin gekommen sind. Unterbringung, Kitabesuch, Schulbildung, Ausbildung und die Gesundheitsversorgung standen dabei im Zentrum. Trotz aller Schwierigkeiten seien aber auch positive Entwicklungen erkennbar. Jene Bezirke, die die Entwicklung bisher verschlafen hätten, würden sich jetzt aktiv um die Unterbringung und Betreuung von flüchtenden Menschen kümmern. Ihr Appell richtet sich aber auch an die Zivilgesellschaft und damit auch an unsere Schülerinnen und Schüler. "Tun sie etwas an ihrer Schule und in ihren Sportvereinen", so die Aufforderung der Senatorin. Durch positive Beispiele untermauerte sie diese Forderung.

Beim Thema Integrationsleistungen und Integrationsanforderungen verfolgt Dilek Kolat einen neuen Ansatz. Zwar müssten Migrantinnen und Migranten die Integrationsangebote wie Sprachkurse annehmen, in einer differenzierten Gesellschaft, in der unterschiedliche Lebensentwürfe parallel ihre Berechtigung hätten, sei ein einheitliches Integrationsziel jedoch nur schwer auszumachen. Die inklusive Gesellschaft, d.h. das Einbringen der unterschiedlichen Stärken aller Individuen, müsse das vorangige Ziel sein. Man müsse genauer hinsehen, was die flüchtenden Menschen können und nicht nur auf ihre Defizite achten. Dazu gehöre auch das schnellere Anerkennen von ausländischen Berufsabschlüssen und die Einbindung in den deutschen Arbeitsmarkt.

Gegen Ende der Diskussion wehrte sich die Senatorin gegen den Vorwurf, die Flüchtlingspolitik schönzureden und die akuten Probleme nicht anzugehen. Dilek Kolat erwidert, sie setze sich für die Flüchtlinge seit langer Zeit ein und habe auch schon vieles erreicht, worauf sie auch stolz sei. Die Erleichterungen beim Zugang zum Arbeitsmarkt für Flüchtlinge aus dem Herbst des letzten Jahres seien zum Beispiel ein Fortschritt. Dieser müsse trotz einiger Einschränkungen auch anerkannt werden. Andererseits müssten noch weitere Probleme gelöst werden, daran arbeite sie trotz mancher Widerstände.

Wir bedanken uns bei Dilek Kolat für die informative und spannende Diskussion.

 

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