Chronik

18.03.1907 Anfänge der höheren Schule: Auf Vorstellungen einer Bürgerinitiative des Grundbesitzvereins Lichtenrade gestattete die königliche Regierung Preussens eine Privatschule zu errichten, die jedoch nur bis zum sogenannten Einjährigen führte, dem heutigen Realschulabschluss.
01.04.1911 Die Gemeinde übernahm die Verwaltung der Schule, von nun an eine öffentliche Schule mit der Bezeichnung "Höhere Knaben- und Mädchenschule". Noch galt die Schule jedoch nicht als Vollanstalt.
1912 Es fand ab dem 3.Schuljahr getrennter Unterricht von Jungen und Mädchen statt. Angestrebt wurde die Anerkennung als Vollanstalt. Die Bedingung dafür war die Erweiterung des gemeinsamen Schulgebäudes.
1926 Der Antrag auf Erweiterung des Gebäudes des Reformrealprogymnasiums zu einem Lyzeum wurde gestattet und der Bau ein Jahr später fertiggestellt.
Ostern 1927 Es wurde die Erlaubnis erteilt, das Reformrealprogymnasium als Reformrealgymnasium zu führen. Zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, welche von dem "Verein der Freunde des Gymnasiums" gefördert wurden, fanden statt.
1929 Die Anerkennung als "Große Vollanstalt" folgte. Das Lyzeum, die Vollanstalt für Mädchen, benannte man Brunhildschule.
08.05.1933 Der seit 1922 amtierende Schulleiter Dr. Feigel wurde versetzt, weil er sich weigert, der NSDAP beizutreten. Der Schulbetrieb lief in den ersten Monaten nach der Machtergreifung noch normal, stellte sich dann jedoch mehr und mehr in den Dienst des Nationalsozialismus. Es trat eine "Gleichschaltung" im Kleinen ein. Kulturelle  Veranstaltungen wichen Fahnenappellen und Veranstaltungen des Jungvolkes und der HJ.
1937 Die Stadtverwaltung forderte das Kollegium auf, auch für die Jungenschule einen Namen vorzuschlagen. Angenommen wurde die Bezeichnung Ulrich-von-Hutten-Schule.
1939-1945

Während des Krieges wurden die beiden Schulen geräumt, um ein Lazarett errichten zu können. Der Schulbetrieb wurde in die heutige Dag-Hammarskjöld-Schule und ab 1943 in die Räume der Volksschule in Lichtenrade verlegt. In den letzten Kriegsjahren wurden verstärkt Lehrer in den Heeresdienst gerufen und ältere Schüler in den Krieg eingezogen, nachdem sie mit einem Not-Abitur vorzeitig die Schule beendeten.

Lesen Sie bitte hierzu auch den Bericht von Rainer Möckel:

"Meine Zeit in KLV-Lagern der UvH für Jungen in Berlin Lichtenrade von 1942 bis 1945" (2,1 MB)

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1945 Sofort nach Kriegsende kehrte Dr. Feigel an die Leitung der U.v.H. zurück. Jungen und Mädchen erhielten wieder gemeinsam Unterricht. Das Gebäude freilich war noch völlig verwüstet.
Dr. Feigel verfolgte sein altes Ziel, seinen Schülern kulturelle Werte nahe zu bringen, und belebte die Schule durch zahlreiche Veranstaltungen.
1948 Dr. Feigel nahm den angebotenen Posten als Hauptschulrat und Bezirksrat von Tempelhof an. Er gründete die Volkshochschule, das Bezirksjugendheim auf Schwanwerder und half die Schulraumnot zu beseitigen.
1955 Die Schülerzahl war von 1948 von 821 auf 422 Schüler gesunken, da es für die Schüler aus der DDR zunehmend schwieriger wurde, eine Schule im Westen zu besuchen.
1961 Nur noch knapp 300 Schüler befanden sich an der Ulrich-von-Hutten-Schule. Aufgrund der niedrigen Schülerzahl diskutierte man die Zusammenlegung der Ulrich-von-Hutten-Schule mit der Eckner-Oberschule, ohne indes zu einem Beschluss zu gelangen.
Ende der 60er Die Zahl der Schüler hatte Ende der 60er Jahre wieder das Niveau von 1948 erreicht, weshalb es neuer Räume bedurfte. Der kleine Sportplatz in der Rehagener Straße gegenüber dem Hauptgebäude wurde mit Fertigbaupavillons besetzt. Warum man die Pavillons baute, statt den geplanten dritten Bauabschnitt auszuführen, ist leider nicht bekannt.
1968-1975 Das heutige System der gymnasialen Oberstufe wurde schrittweise eingeführt. Es brachte die Auflösung der Klassenverbände ab der 11. Klasse, mit der die Oberstufe einsetzte. Der Unterricht findet seither in Leistungs- und Grundkursen statt. Die Schüler konnten eine Zahl von Kursen selber wählen.
1974 Die Carl-Zeiss-Realschule zog in das Mittelstufenzentrum in der Barnetstraße um, sodass die Ulrich-von-Hutten-Schule das Gebäude der Carl-Zeiss-Realschule als Filiale erhielt.
1975 Das Kollegium des Ulrich-von-Hutten-Gymnasiums stellte den Antrag, die Schule zu teilen, um das Wandern der Schüler und Lehrer zwischen zwei eine viertel Wegstunde voneinander entfernten Gebäuden überflüssig zu machen. Die Schülerzahl war damals auf über 1000 angewachsen.

Des starken Besuchs der Ulrich-von-Hutten-Schule wegen begann man endlich mit der Neuplanung des dritten Bauabschnittes, der in den 90er Jahren auch wirklich in Angriff genommen wurde.
1978 Der Antrag wurde genehmigt. In der Rehagener Straße blieb das Ulrich-von-Hutten-Gymnasium, und am Lichtenrader Damm entstand die 5. OG, ein neues Gymnasium, das 1978 den Namen Georg-Büchner-Oberschule erhielt.
1984 Herr Wowereit, Abiturjahrgang 1973 der UvH, wird Stadtrat für Volksbildung in Tempelhof.
1985 Raumnot in der UvH führt dazu, dass nur drei 7. Klassen eingerichtet werden können. Auch die benachbarte Käthe-Kollwitz-Grundschule ist überfüllt, sodass im Keller der UvH eine Grundschulklasse untergebracht werden muss. Da der neue Hausmeister nicht mehr im Gebäude wohnt, wird die ehemalige Hausmeisterwohnung zur Bücherei umgebaut. Da die Bauarbeiten aber zum Schuljahresbeginn nicht abgeschlossen sind, können die Schüler keine Bücher erhalten. 
1986 Die katastrophale Raumsituation der UvH führt zu intensiven Gesprächen mit dem Hochbauamt Tempelhof wegen eines Anbaues. Auf Vorschlag des Schulleiters sollen die bestehenden einlagigen Flure zweilagig in Richtung Grundschule ausgebaut werden. Erste Pläne werden mit dem Hochbauamt Tempelhof erstellt und mit dem Kollegium abgesprochen: Die Senatsschulverwaltung lehnt diese "kleine Lösung" ab. Der Architekt Zabré wird beauftragt, den schon seit 1933 geplanten 3. Bauabschnitt zu planen. Die UvH und die Käthe-Kollwitz-Grundschule entwerfen Gegenvorschläge, die aber von Bezirks- und Senatsseite abgelehnt werden.
1987 Die neuen Baupläne werden vom Stadtrat Wowereit unterschrieben und gehen zur Prüfung an die zuständigen Senatsverwaltungen. Geschätzte Baukosten: ca. 40 Mio. DM.
1988 Die Raumnot der Grundschule zwingt die UvH zur Abgabe von insgesamt sechs Klassenräumen an die Grundschule. Dadurch sinkt die Schülerzahl der UvH auf 566 Schülerinnen und Schüler.
1989 Erstmalig führt die UvH für Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen ein 14-tägiges Betriebspraktikum durch.
Der Umbruch in der DDR führt zu großen Hoffnungen bei allen Beteiligten.
1990 Erstmalig findet im März ein "Tag der offenen Tür" für interessierte Eltern und Schüler der 6. Klassen statt.
Die ersten interessierten Eltern aus dem alten Einzugsgebiet der UvH, den Orten Mahlow bis Zossen, erkundigen sich über Einschulungsmöglichkeiten für ihre Kinder an der UvH.
Mit Beginn des Schuljahres 1990/91 werden erstmalig Schülerinnen und Schüler aus dem Kreis Zossen in die Klassen 8 bis 10 aufgenommen.
Fremdsprachenfolge: Russisch/Englisch.
Durch energische Intervention der Eltern von den Senatsstellen bis zum Abgeordnetenhaus wird erreicht, dass Gelder für den Schulbau freigegeben werden.
Einführung der 5-Tage-Woche für die Schulen.
1992 Der erste Umbau im Gebäude Rohrbachstraße wird abgeschlossen.
01.04.1993 Baubeginn für die Sporthalle der Schule in der Zescherstraße.
Ab 20.09.1993 Zusätzliche Anmietung von zwei Räumen im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde Lichtenrade in der Goltzstraße durch das Schulamt Tempelhof.
16.02.1994 Richtfest für die neue Sporthalle
Mai 1994 Weitere Räume für den Fachbereich Kunst werden in der Rohrbachstraße fertiggestellt. 
04.07.1994 Beginn des Abrisses der alten Mädchenturnhalle auf dem Schulgelände. Toilettencontainer werden auf dem hinteren Schulhof ausgestellt. Die gesperrten Flure werden abgemauert. Die Bauarbeiten auf dem Schulgelände haben im Sommer richtig begonnen. Die UvH ist jetzt verteilt auf den Rest des Hauptgebäudes und vier Filialen: Rohrbachstraße in zwei Gebäuden mit drei Klassenräumen und den Fachbereichen Kunst und Musik, zwei Kursräume im Gemeindehaus und drei Klassenräume in der Carl-Zeiss-Oberschule am Lichtenrader Damm. 
Die Baufirma auf dem Schulgelände meldet im Herbst Konkurs an. Die Firma Hochtief übernimmt den Bauauftrag und stellt erst einmal schwere Baumängel fest. Neu errichtete Bauteile müssen wieder abgerissen werden.
1997 Erstmalig wird am Bußtag mit der evangelischen Kirchengemeinde Lichtenrade ein Schulgottesdienst auf freiwilliger Basis vereinbart.
Ein Schüleraustausch mit dem Lyceum in Zopot findet statt.
1998 Gegenbesuch unserer Schüler in Zopot. Begleitung: der Schulleiter und eine Referendarin, die polnisch spricht.
1999 Im Februar erste Übernahme eines Teils des Neubaues. Nach den Osterferien werden weitere Räume übergeben; nach den Sommerferien der Anbau zur Grundschule. Baustelle bleibt weiterhin der Altbau.
Die Schule beantragt beim Landesschulamt die Genehmigung auf Einführung von Italienisch als 2. Fremdsprache und als Wahlpflichtfach. Nach langen Verhandlungen mit dem Landesschulamt wird die Einführung genehmigt. Die Schule hat sich ein weiteres Profil gegeben.
2000 Die Schülerzahl steigt. Es beginnen jetzt fünf 7. Klassen: 2x Französisch, 1x Latein und 2x Italienisch als 2. Fremdsprache.
Der neue Schulhof wird der Schule in der 1. Woche nach den großen Ferien übergeben. Im Dezember 2000 sind die Bauarbeiten praktisch abgeschlossen. Die Schule hat die lange Durststrecke einigermaßen überlebt.
2002 Fertigstellung der Umbau- und Renovierungsmaßnahmen.