2011

Eine Mikrobiologische Brennstoffzelle… 

... made at UvH

"Es stinkt bestialisch! Das geht so nicht weiter!"

So oder so ähnlich gaben Kollegen oder Schüler in Frühjahr ihren Empfindungen Ausdruck, wenn sie im Chemiebereich tätig waren.

In der Tat: Wenn Bakterien unter anaeroben Bedingungen (= ohne Sauerstoff) organische Substanzen zersetzen, dann entstehen Abbauprodukte, die ... nun ja, nicht gerade angenehm riechen. Im Enddarm geschieht ähnliches, und so riecht es dann auch. Im Körper wird die bei diesen Stoffwechselprozessen freiwerdende Energie jedoch nicht genutzt, sie "verpufft" sozusagen zweckfrei.

Biotechnologisch aus Abwasser Energie gewinnen und gleichzeitig das Wasser klären – das wäre genial.

Yasmin Beckers und Moritz Winkler haben eine elektrochemische Zelle konstruiert, durch die sich die im Abwasser ablaufenden mikrobiellen Umsetzungen zur Gewinnung  von elektrischer Energie nutzen lassen. Es funktioniert ähnlich wie eine Brennstoffzelle, nur dass statt Wasserstoff die Produkte der Mikroorganismen als Reduktionsmittel genutzt werden. Und die rochen kräftig nach Furz.

Am 2.3.2011 stellten sie sich mit ihren Ergebnissen beim Regionalwettbewerb vor. Es war ein großer Erfolg! Nicht nur, dass die Juroren die Arbeit für gut genug hielten, um am nun demnächst folgenden Landeswettbewerb teilzunehmen, darüber hinaus wurden sie mit dem ersten Platz geehrt, und zwar in Physik.

Beim anschließenden Landeswettbewerb gab es dann den ersten Preis (Landessieg) für die beste interdisziplinäre Arbeit und so ging es dann zum großen Finale in Kiel – dem Bundeswettbewerb. Moritz war damit sogar schon zum zweiten Mal beim Bundeswettbewerb dabei.

Einen Bundessieg gab es nicht, aber dafür im Herbst eine Einladung nach St. Petersburg, um das Projekt auf einer internationalen Fachtagung vorzustellen.